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Charlotte
von Stein wurde am 25. Dez. 1772 geboren und trat mit 15 Jahren
als Hofdame in den Dienst der Herzogin Anna Amalia ein. Mit 22 Jahren
heiratete sie den sieben Jahre älteren herzoglichen Stallmeister
Josias von Stein, mit dem sie sieben Kinder hatte.
Eine weitaus intensivere Beziehung als zu ihrem Ehemann entwickelte
sie ab 1775 zu dem sieben Jahre jüngeren Goethe, als
der Herzog Carl August diesen nach
Weimar verpflichtete. An seinem Dichten und Denken nahm sie in Gesprächen
und vielen Briefen (über 1500) regen Anteil.
Häufig sah sich Charlotte gezwungen den jungen Goethe zu mehr
Zurückhaltung anzuhalten und ihn zu ermuntern, die Züge
der Sturm- und Drangzeit abzulegen.
Aber auch Goethe engagierte sich stark für diese Beziehung.
Einige seiner schönsten Gedichte schrieb er an Charlotte.
Einmal äußerte er sich, dass er diese Beziehung als ideal
betrachte, und, dass er sich die Intensität ihrer Freundschaft
nur "durch Seelenwanderung erklären" könne.
"Ja, wir waren einst Mann und Weib!"
Goethes und Ch. v. Steins Freundschaft legte eine lange Pause ein,
als Goethe von seiner ersten Italienreise wiederkam. Zu jener Zeit
lernte er seine spätere Frau, Christiane Vulpius, kennen
und Charlotte beendete gekränkt ihre Freundschaft.
Erst nach 30 Jahren, als Charlotte längst verwitwet war, kamen
sich beide wieder näher.
Charlotte von Stein war selbst literarisch tätig, sie schrieb
das Drama "Dido", in welchem sie die Trennung von Goethe
verarbeitete.
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