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Goethe
und Schiller waren sehr unterschiedliche Persönlichkeiten.
Goethe hatte nie äußere Not gelitten, Schiller dagegen
mußte durch Geldsorgen und Krankheit viele Schwierigkeiten
bewältigen. Wenn Goethe dichtete
oder wissenschaftlich arbeitete, mußte er alles sehen und
empfinden können. Er war ein Realist. Schiller dagegen
beschäftigte sich lieber mit theoretischen Begriffen wie z.B.
Schönheit oder Menschenliebe. Aus diesem Grund ist Schillers
Sprache auch nicht so natürlich wie die Goethes, sondern teilweise
künstlich und pathetisch.
Trotz dieser Gegensätze entstand zwischen beiden Dichtern
eine intensive Freundschaft, die sehr durch starken mündlichen
und schriftlichen Gedankenaustausch geprägt war. Beide
profitierten voneinander, denn Goethe
konnte Schillers Drang zum Extremen
und seine Tendenz zu philosophischen Spekulationen mäßigen,
während Schiller im Gegenzug Goethe von seinen naturwissenschaftlichen
Studien wieder mehr zur Dichtung zog.
Das Jahr 1797 ist als das "Balladenjahr" in die
Geschichte eingegangen. Goethe und Schiller dichteten in einer Art
Wettstreit einige ihrer schönsten Balladen, wie z.B. "der
Handschuh", "der Ring des Polykrates" oder "der
Zauberlehrling". Schiller veröffentlichte einige
davon in seinem "Muselalmanach"
Als Schiller 1799 nach Weimar zog, wurden beide durch die gegenseitige
Freundschaft wieder zum Dichten angeregt. Schiller ermunterte Goethe,
endlich den ersten Teil des Faust abzuschließen, während
Goethe Schiller bei verschiedenen Balladen unterstützte.
Nach einigen Jahren ging es den beiden großen Dichtern immer
schlechter. Besonders Schiller hatte unter seinen Lungenproblemen
zu leiden. Deshalb nahmen die Gespräche und Briefwechsel der
beiden immer mehr ab und endeten schließlich mit Schillers
Tod im Jahre 1805. Goethe sagte einmal, dass er mit Schiller "die
Hälfte seines Daseins verloren habe".
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